Integrierte Verpackungskunst
Somic steuert seinen Wertschöpfungsprozess mit dem durchgängigen Auftragsmanagementsystem ams.erp.

Somic entwickelt und fertigt kundenspezifisch ausgelegte Endverpackungsanlagen. Ein komplexes Projektgeschäft mit mehrmonatigen Durchlaufzeiten und hoher Kapitalbindung. Um die Risiken seiner Großaufträge zu beherrschen, hat das mittelständische Unternehmen alle Arbeitsabläufe in einem durchgängigen Auftragsmanagement vernetzt. Dabei kommt der Anbindung von Fremdfertigern und dem Datenaustausch mit der Produktentwicklung besondere Bedeutung bei.

Somic erzielt jährliche Wachstumsraten im unteren zweistelligen Prozentbereich. Angesichts dieser Geschäftsentwicklung stieß das hauptsächlich kundenspezifisch arbeitende Unternehmen immer stärker an die Grenzen seiner eigenen Informationstechnologie: Die ursprüngliche, historisch gewachsene Struktur aus Insellösungen war nicht mehr in der Lage, das sich ständig ausweitende Geschäft effizient abzubilden. Da Einkauf, Fertigung und alle andere Abteilungen voneinander losgelöste Einzelsysteme betrieben, erzielte der Maschinenbauer keinen durchgehenden Informations- und Arbeitsfluss.
 
Motor Materialwirtschaft
Bemerkenswerterweise kam der Anstoß zur IT-Reorganisation aus der Logistik. „Wir hatten eine Größe erreicht, bei der die manuelle Arbeit mit Excel-Sheets und dergleichen uns die Grenzen aufzeigte. Im Berichtswesen trat dieses Manko besonders deutlich zutage. Hier konnten wir die gewünschten Kennzahlen und Informationen nur mit größtem Aufwand bereitstellen. Doch gerade in der Materialwirtschaft sind wir darauf angewiesen, möglichst in Echtzeit mit den anderen Unternehmensbereichen kommunizieren zu können“, erinnert sich Bernhard Wild, der für die Bereiche Materialwirtschaft, Teilefertigung und Produktion zuständig ist.

Um diese Transparenz zu erlangen, machte sich Somic auf die Suche nach einer betriebswirtschaftlichen Standardsoftware. Ziel war es, den Vertrieb, das Projektgeschäft, die Materialwirt-schaft, das Rechnungswesen und das Servicemanagement auf einer einzigen Informationsplattform zu vernetzen. Zum einen sollten auf diese Weise alle geschäftskritischen Informationen zeitnah zur Verfügung stehen. Zum anderen wollte der Maschinenbauer alle wesentlichen Geschäftsabläufe einheitlich abbilden. „Im Endeffekt suchten wir eine Komplettlösung, die permanent online mitläuft, sodass wir jederzeit Zugriff auf die Zahlen haben. Zudem galt es, die Planungssicherheit zu erhöhen, die Übergabepunkte zu flexibilisieren, die Durchlaufzeiten zu minimieren und den Time-to-Market zu senken“, fasst Bernhard Wild die Anforderungen zusammen.
Hierbei brachte Somic eine Reihe von Besonderheiten aus der Einzelfertigung ins Spiel. Ein wesentlicher Unterschied zur Serienfertigung zeigt sich zum Beispiel darin, dass ein großer Anteil des Bedarfsmaterials erst im Auftragsverlauf entsteht und daher erst nach und nach disponiert werden kann. Im Maschinen- und Anlagenbau zählen daher Offenheit und Flexibilität zu den zentralen ERP-Gütekriterien. „Letztlich sind unsere Maschinen erst dann fertig, wenn sie auf dem LKW stehen“, erklärt Somics ERP-Systembetreuer Erdal Akar. „Da derart späte Änderungen nicht mehr oder nur sehr aufwendig unterstützt wurden, schieden fast alle der geprüften Lösungen aus. Schließlich haben wir uns für die Branchenlösung ams.erp entschieden. Ausschlaggebend war, dass die Software unsere Anforderungen bereits im Standard weitgehend abdecken konnte.“
 
Prozesse im Griff
Sein systematisches Vorgehen setzte Somic bei der Einführung der neuen Software fort. Um Licht in die Komplexität der eigenen Abläufe zu bringen, eventuelle Schwachstellen aufzudecken und die Anforderungen der Anwender deutlich zu machen, analysierte das Unternehmen zunächst einmal seine Kernprozesse. Bernhard Wild erläutert: „Gemeinsam mit den Organisationsberatern von ams haben wir unsere Abläufe Schritt für Schritt unter die Lupe genommen und gezielt verbessert. Seither verfügen wir über eine transparente, eindeutig geregelte Organisationsstruktur. Zum Beispiel ist heute sichergestellt, dass an einem neuen Auftrag erst dann gearbeitet werden kann, wenn das Projekt zentral im ERP-System angelegt ist.“
Nachdem die Prozesse festgezurrt waren, startete die eigentliche Implementierung. Aufseiten von Somic engagierte sich jeweils ein Mitarbeiter aus Materialwirtschaft, Arbeitsvorbereitung und Konstruktion. Der Verpackungsmaschinenhersteller machte sich den modularen Aufbau der neuen Software zunutze und führte sie schrittweise ein. Das integrierte Basispaket wurde nach sechs Monaten produktiv geschaltet.

Höhere Planungssicherheit
Im Anschluss an die Live-Schaltung des neuen Systems ist der Kernnutzen vor allem durch die permanent mitlaufende Kalkulation entstanden. Die neu gewonnene Transparenz zeigt sich besonders deutlich in der Bestandsführung. Da sich die Bedarfe der einzelnen Projekte jetzt unternehmensübergreifend konsolidieren lassen, konnte Somic seine Lagerbestände signifikant herunterfahren. 

Tägliche Unterdeckungsprüfungen zeigen detailliert an, welche Teile fehlen und deshalb gezielt für die Aufträge nachgekauft werden müssen. Aus diesen Informationen wird der aktuelle Gesamtbedarf exakt abgeleitet. Vor der Einführung des ERP-Systems ließen sich die erforderlichen Stückzahlen mitunter nur abschätzen, da keine projektübergreifende Klarheit herrschte. Unter dem Strich minimierte die Bestellmengenoptimierung die Bestände erheblich.
            
Verlängerte Werkbank
Als kundenspezifisch arbeitender Einzelfertiger muss Somic einen komplexen Auftragsdurchlauf organisieren. Der Zeitraum zwischen Projektstart und Auslieferung einer Anlage liegt in der Regel bei sechs Monaten. Dabei beläuft sich der Auftragswert im Schnitt auf 250T bis 500T Euro.
Je nach Kapazitätslage bindet der Anlagenbauer unterschiedliche Fremdfertiger in die Projekte ein. Anhand vordefinierter Workflows prüft Somics Arbeitsvorbereitung im ERP-System, welche Fertigungsteile komplett beziehungsweise welche einzelnen Arbeitsschritte fremdvergeben werden. Anschließend steuern der Einkauf und die Arbeitsvorbereitung den gesamten Vergabeprozess inklusive der Materialbeistellung und des Mahnwesens in ams.erp.

Die Grundlage für die Vergabeorganisation bildet die wachsende Auftragsstückliste. Einzel- und Auftragsfertiger nutzen diesen Ausdruck, um damit deutlich zu machen, dass sie während der gesamten Projektlaufzeit Konstruktionsänderungen zu verarbeiten haben. Bei der wachsenden Stückliste handelt es sich um eine anfangs noch relativ grobe Produktstruktur, die auftragsbegleitend weiterentwickelt wird. Hierüber lassen sich die Kapazitäten eines Auftrags planen, auch wenn das volle Set der Produktinformationen noch in weiter Ferne liegt.
Der aktuelle Stand einer Anlage wird über die auftragsbezogene Stückliste dokumentiert. Somit gibt es zu jeder Auftragsposition eine einzige aktuelle Auftragsstückliste, an die sich die Buchungen des ERP-Anwenders knüpfen. Übergibt die Konstruktion eine aktualisierte Stückliste, so erkennt die Auftragsleitstelle zum Beispiel umgehend, welche Beschaffungsvorgänge anhand einer früheren Version dieser Stückliste bereits angestoßen wurden und inwiefern durch die jüngste Konstruktionsänderung ein zusätzlicher Handlungsbedarf entsteht.
 
ams.Solution AG
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