Blockchain-Technologien
Auswirkungen auf die Wertschöpfungskette

Michael Munz und Christian Koot

Die Blockchain-Technologie mit ihren Auswirkungen beschäftigt zunehmend mehr Unternehmen. Während einige ausschließlich an Kryptowährungen denken, rückt für immer mehr Unternehmen die technologische Basis dieser Projekte in den Fokus. Im Hinblick auf Industrieunternehmen verspricht die Technologie großes Potenzial für die Verbesserungen und Entwicklung neuer Geschäftsmodelle, wodurch neue Anforderungen für Industrieunternehmen entstehen. Für diese entscheidend ist die Frage, wie die neue Technologie ihre bestehenden Geschäftsprozesse verändert und welche neuen Chancen sie bietet. Unsere Untersuchung analysiert mögliche Anforderungen und Potenziale für Industrieunternehmen anhand der betrieblichen Wertschöpfungskette auf Basis von leitfadengestützten Experteninterviews.

Die Blockchain-Technologie bildet die Grundlage einer Vielzahl von neuen Projekten, Kryptowährungen und Unternehmen. Seit der ersten Anwendung als technologische Basis von Bitcoin hat sich die Technologie rasant zu einem Innovationstreiber entwickelt. In ihrer einfachsten Form ist die Blockchain eine gemeinsam genutzte Datenbank, in der alle Transaktionen eines bestimmten Vermögenswertes registriert und in kryptographisch verketteten Datenblöcken unveränderlich erfasst werden [1]. Basierend auf einem P2P-Netzwerk werden die Transaktionen durch bestimmte Konsensalgorithmen vom Netzwerk selbst validiert. Sobald die Daten auf der Blockchain gespeichert wurden, ist eine Manipulation nahezu unmöglich. Die Daten werden in Blöcken erfasst und erhalten eine eindeutige Identität (Hashwert) und einen Zeitstempel. Diese Datenblöcke beinhalten neben ihrer eigenen Identität auch die Informationen des vorherigen Blocks. Dadurch entsteht eine chronologische Verkettung der Blöcke und eine unveränderliche Historie über alle Transaktionen. 
In Abhängigkeit der Ausgestaltung der Blockchain, können diese Transaktionen für alle Teilnehmer des Netzwerkes oder nur für bestimmte Teilnehmer sichtbar sein. Mit dieser Eigenschaft bietet die Technologie die Möglichkeit, Prozesse effektiver und effizienter zu gestalten und ist die Basis von gänzlich neuen Geschäftsmodellen. Insbesondere die Tokenisierung von materiellen und immateriellen Vermögenswerten kann zukünftig innovative Lösungen hervorbringen.  Die Herausforderungen hierbei sind insbesondere Skalierbarkeit, Standardisierung, Datenschutz und weitere rechtliche Fragestellungen. 


Bild 1: Vereinfachte Darstellung einer Blockchain.

Methodik
Aufbauend auf bestehender wissenschaftlicher und praxisorientierter Literatur  wurden sieben leitfadengestützte Experteninterviews durchgeführt. Bei der Auswahl der Experten wurde darauf geachtet, dass diese unterschiedliche Positionen, Branchen und Regionen abdecken. Unter anderem wurden folgende Experten interviewt:
Frank Bolten – Managing Partner – CHAINSTEP GmbH, Hamburg
Dr. Leif-Nissen Lundbæk – Vorstandsvorsitzender / CEO – XAIN AG, Wildau (Berlin)
Jochen Kaßberger – Gesellschafter/ Mitgründer – 51nodes GmbH / blockLAB, Stuttgart
André Eggert – Partner – LACORE Rechtsanwälte LLP, Berlin
Thorsten Eller – Digitale Wirtschaft – IHK Region Stuttgart
Grundlage für die Interviewführung war ein auf theoretischen Vorüberlegungen und der vorliegenden Forschung basierender Leitfaden. Die Auswertung der qualitativ erhobenen Daten erfolgte teilweise nach Methoden und Techniken der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring.

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Schlüsselwörter:

Blockchain, ERP, Industrieunternehmen

Literatur:

[1] Hofmann, Erik, Strewe, U. M., Bosia, N., 2018. Supply Chain Finance and Blockchain Technology [online]. The Case of Reverse Securitisation. Cham: Springer (SpringerBriefs in finance) [Zugriff am: 20.03.2018]. PDF e-Book. ISBN 978-3-319-62371-9. Verfügbar unter: DOI 10.1007/978-3-319-62371-9
[2] Mayring P.: Qualitative Inhaltsanalyse, 2015. 12. Auflage. Weinheim (u. a.): Beltz. ISBN 978-3-407-25730-7
[3] Eigene Darstellung in Anlehnung an Schmalen, H., Pechtl, H.: Grundlagen und Probleme der Betriebswirtschaft. 14. Auflage. Stuttgart 2009.